13.03.2023
An
Herrn Goce Peroski
Vorsitzender des Integrationsrates
Betrifft:
Antrag der CDU-Ratsfraktion, Ratsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Grüne internationale offene Liste, Internationale Bürger Union
Schwerpunktthemen der Migrantenorganisationen für das Jahr 2024
Sehr geehrter Herr Peroski,
die Ratsfraktionen von CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, die Grüne internationale
offene Liste und die Internationale Bürger Union bitten Sie, folgenden Antrag auf die
Tagesordnung der Sitzung am 29.03.2023 zu setzen und abstimmen zu lassenDer Integrationsrat beschließt, die Schwerpunktthemen „Migrantische
Erinnerungskulturen“ und „Förderung von migrantischen Gründerinnen und
Gründern“ für die Migrantenorganisationen im Förderjahr 2024 festzulegen.
Antrag:
Der Integrationsrat beschließt, die Schwerpunktthemen „Migrantische
Erinnerungskulturen“ und „Förderung von migrantischen Gründerinnen und
Gründern“ für die Migrantenorganisationen im Förderjahr 2024 festzulegen.
Begründung:
Integrative Projekte, die sich mit den vorgenannten Schwerpunktthemen im
nächsten Jahr befassen, wollen wir auf der Grundlage der Richtlinien zur Förderung
von Integrationsmaßnahmen der Migrantenorganisationen besonders fördern. Die
Schwerpunkte werden wie folgt begründet:
Migrantische Erinnerungskulturen:
Seit dem Anwerbeabkommen aus den 50er und 60er Jahren jährt sich
Migrationsgeschichte auch in Düsseldorf zum 60ten Mal. Viele Migrantinnen und
Migranten leben in Düsseldorf bereits in der dritten und vierten Generation. Daran zu
erinnern stellt nicht nur eine persönliche und kollektive Ressource dar.
Erinnerungskultur stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt, räumt mit
Missverständnissen auf und macht heutige gesellschaftliche Realität sichtbar. Das
gemeinsame Erinnern erweitert gesellschaftliche Solidarität, zudem ist eine
migrantische Perspektive in der städtischen Erinnerungskultur unterrepräsentiert.
Dies zu ändern ist ein wichtiger Aspekt für das Gefühl des Ankommens für viele
migrantischen Gruppen. Viele Angebote und Projekte können auf diesem Wege
entstehen und das gemeinsame Erinnern in der Demokratie fördern.
Förderung von migrantischen Gründerinnen und Gründern:
Viele Menschen mit Migrationsbiografie wollen in Düsseldorf Unternehmen gründen,
um sich wirtschaftlich unabhängig zu machen. Der Deutsche Industrie und
Handelstag (DIHK) hat die Erfahrung gemacht, dass „Gründer mit
Migrationshintergrund nicht schlechter und nicht besser vorbereitet sind als
deutschstämmige Newcomer. Das kaufmännische Rüstzeug beherrschen sie, so der
DIHK, im Schnitt sogar etwas besser. Dennoch stehen Migranten vor einer Reihe von
Herausforderungen, die anderen angehenden Selbständigen eher erspart bleiben.“*
Das können neben der Frage der Anerkennung von ausländischen Berufsabschlüssen
sprachliche oder kulturelle Herausforderungen sein. Unser Ziel ist es, unter
Einbindung der Migrantenorganisationen die niedrigschwellige Information und
Beratung für diese Gründerinnen und Gründer zu intensivieren und qualitativ zu
verbessern. Wir wollen deshalb die Migrantenorganisationen ermutigen, sich mit dem
Thema Unternehmensgründung auseinanderzusetzen und entsprechende Angebote
und Projektideen bezogen auf die Situation in Düsseldorf zu entwickeln.
Mit freundlichen Grüßen
Andre Tischendorf Samy Charchira Alessandro Stenico Iljo Skangalov