Antwort der Verwaltung
05.10.2026
Sehr geehrter Herr Rütz,
die Ratsfraktionen von CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bitten Sie, folgende Anfrage auf die Tagesordnung zu setzen und von der Verwaltung beantworten zu lassen:
- Welche Systeme sind aus Sicht der Verwaltung geeignet für eine effektive, klimaangepasste Beschattung und Kühlung stark hitze-belasteter Standorte – dort, wo Baumpflanzungen (aufgrund von Leitungen, fehlendem Wurzelraum, Denkmalschutz oder anderen Rahmenbedingungen) nicht möglich oder kurzfristig nicht wirksam sind?
Dabei sollen insbesondere begrünte Pergolen und Rankgerüste mit schnell wachsenden Kletterpflanzen, über Straßen und Plätzen gespannte begrünte Sonnensegel bzw. textile Verschattungssysteme, mobile bzw. temporäre Grün- und Schattenelemente sowie geeignete Fassaden- und Vertikalbegrünungen in Betracht gezogen werden. - Welche Erfahrungen haben andere Städte mit entsprechenden Projekten bereits gemacht, und welche Kosten können beispielsweise für einzelne Elemente aus vorhandenen Projekten benannt werden?
Begründung:
Die Hitzetage im Sommer 2026 haben erneut gezeigt, wie stark sich einzelne Straßenzüge oder Plätze aufheizen. Eine nennenswerte Abkühlung fand auch in den Nächten teilweise nicht statt.
Die Klimaanalyse der Stadt Düsseldorf gibt detaillierte, adressgenaue Auskunft darüber, welche Temperaturen tagsüber und nachts hier erreicht werden.
Viele Menschen – vor allem die sogenannten vulnerablen Gruppen – waren an den Hitzetagen starken gesundheitlichen Belastungen ausgesetzt.
Über verschiedene Projekte im Rahmen des Klimaanpassungsprogramms zur Verbesserung des Stadtklimas, der Aufenthaltsqualität und der Biodiversität pflanzt die Stadt Bäume. Bei Baumfällungen wird versucht, die Standorte wieder neu mit Bäumen zu bepflanzen – wo immer es machbar und sinnvoll ist. Mit den 50 geplanten Stadtoasen sollen zusätzlich neue Baumpflanzungen vorgenommen werden.
An vereinzelten Standorten sprechen allerdings die Ergebnisse der zuvor ver-pflichtend durchgeführten Leitungsabfragen gegen eine Neubepflanzung mit Bäumen: Der nötige Wurzelraum steht nicht zur Verfügung, sodass bei Pflanz-maßnahmen Baum oder Leitungen Schaden nehmen würden. Auch sind die Jungbäume viele Jahre lang anfällig für Trockenstress, und ihre noch kleinen Kronen spenden weniger Schatten als große Bäume.
Mittlerweile gibt es Alternativen, die keinen Raum für große Wurzelbereiche be-nötigen und dennoch einen ähnlichen Effekt für Aufenthaltsqualität und kühlende Beschattung liefern können wie Bäume. Andere Städte sind bereits dabei, solche Alternativen zu erproben.
Da in den nächsten Jahrzehnten auch mit weiteren Hitzesommern gerechnet werden muss, kann auch Düsseldorf schattenspendende Alternativen zu Bäumen einsetzen und hiermit Erfahrungen sammeln.
Mit freundlichen Grüßen
Philipp Thämer und Barbara Flatters