Junge Menschen fühlen sich oft von der Politik nicht mitgedacht, verstanden oder ernst genommen. Doch woher kommt das, was beschäftigt die Jugend überhaupt und warum ist Jugendbeteiligung in Kommunen von so hoher Bedeutung? Im Folgenden gibt es darüber einen Überblick. Zudem geht es um die konkrete Situation der Jugendbeteiligung in Düsseldorf und wie diese verbessert werden kann.
Lebensrealitäten von jungen Menschen
Um die Situation von jungen Menschen heute zu verstehen, ist es bedeutend auf ihre Lebensrealitäten zu schauen. Diese sind heute von vielfältigen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Herausforderungen geprägt.
Die Studienlage zu Lebensrealitäten von jungen Menschen
Junge Menschen sind heutzutage mit komplexen und schwierigen Lebensrealitäten konfrontiert. Schlagzeilen über Schlagzeilen – viele Jugendliche fühlen sich überwältigt von der Flut an neuen Nachrichten. Ganze 26% der 12- bis 19-jährigen Befragten (Jim-Studie,) meiden Nachrichten oft oder manchmal. Der Kinder und Jugendförderbericht des Bundes zeigt auch, dass Junge Menschen zurzeit mit hoher Unsicherheit und krisenhaften Entwicklungen aufwachsen (Kinder- und Jugendbericht 2024). Gerade in diesen Zeiten haben viele junge Menschen mit ihrer mentalen Gesundheit zu kämpfen, 29% der Befragungsteilnehmenden der Trendstudie „Jugend in Deutschland“ glauben, dass ihnen eine Psychische Behandlung weiterhelfen würde (ZDF-Artikel: Trendstudie „Jugend in Deutschland“). Zusätzlich sind Jugendliche immer noch schwer belastet durch die Corona-Pandemie. Noch immer leiden viele unter den Auswirkungen aufgrund von Covid 19 (Kinder-Jugend Förderplan 26-30). Ganze 15% der Studienteilnehmenden der Shell-Jugendstudie sind beeinträchtigt in ihrem Bildungs-/ Berufsweg und 6% leiden unter den Verlust verstobener Menschen in der Pandemie. 14% von ihnen haben Freunde oder Kontakte durch die Pandemie verloren – Einsamkeit ist gerade bei jungen Frauen ein größeres Thema geworden (Shell-Jugendstudie).
Auch Themen wie die Klimakrise treffen junge Menschen sehr und viele fragen sich, ob ein Leben auf dieser Erde so wie heute, später noch möglich ist (Kinder-Jugend Förderplan 26-30). Hitzewellen kosten schon zurzeit Leben und führen in der Zukunft zu noch extremeren Wetterverhältnissen (Umweltbundesamt). Jugendlichen fühlen sich mit der Klimakrise und ihren Folgen im Gegensatz zu Älteren besonders konfrontiert, weil diese die Auswirkungen in der Zukunft am meisten zu spüren bekommen. Deshalb machen sich viele jungen Menschen Sorgen über den Klimawandel (ZDF-Artikel: Trendstudie „Jugend in Deutschland“).
Weitere Debatten wie die Wehrpflichtdebatte treffen insbesondere junge Menschen. Der Jugendring sieht die Wehrpflicht als „tiefgreifender Eingriff“ in die Lebensplanung und die Freiheitsrechte junger Menschen, ohne dessen aktive Beteiligung und Mitbestimmung bei der Debatte (Jugendring Düsseldorf ). Der Bundesschülersprecher Quentin Gärtner meint unter anderem auch, dass die Bundesregierung keine Zeichen an Jugendliche geben würde, dass sie diese ernst nehme (SWR zur Wehrdienstdebatte). Auch sagt er: „Es ist paradox und falsch zu glauben, wir brauchen jetzt ganz viele junge Menschen, aber wir müssen die nicht beteiligen. Das geht nicht, so kann man keine guten Gesetze machen, man muss junge Menschen an den Tisch holen." (SWR zur Wehrdienstdebatte). Die Politik entscheidet gerade in dieser Debatte über die Köpfe junger Menschen hinweg.
Gleichzeitig sind die Schulgebäude marode und die Kinder- und Jugendarmut nimmt zu (Deutscher Bundestag). Auch leiden Schüler*innen unter hohem Notendruck und der Bildungserfolg ist immer noch abhängig vom Elternhaus (Kinder-Jugend Förderplan 26-30). Dazu kommt die Zunahme von Hass und Hetze in Form von Rassismus, sowie von Diskriminierung und einige viele politischen bzw. gesellschaftlichen Spannungen, die Jugendlichen Sorgen bereiten und mit deren Folgen sie sich allein gelassen fühlen (Kinder-Jugend Förderplan 26-30).
Jugendlichen sind heutzutage auch mit vielen Kriegen und den daraus entstehenden Folgen konfrontiert (Kinder-Jugend Förderplan 26-30). Wirtschaftliche Unsicherheiten durch Inflation, aber auch durch die Energieknappheit führen bei jungen Menschen zu Sorgen, dass sie und ihre Familien am Ende des Monats nicht über die Runden kommen (Kinder-Jugend Förderplan 26-30) – in Düsseldorf bspw. leben im Schnitt 17,6% der Kinder in Kinderarmut (Kinder-Jugend Förderplan 26-30). In Deutschland leben insgesamt 137.000 wohnungslose Kinder und Jugendliche (ZDF-Artikel: Trendstudie „Jugend in Deutschland“). Auch der Kinder- und Jugendförderplan zeigt auf, dass es für junge Menschen während des Studiums bzw. Ausbildung gerade fast unmöglich ist, in Düsseldorf bezahlbaren Wohnraum zu finden (Kinder-Jugend Förderplan 26-30).
Neue digitale Technologien bedrohen zudem die Jobs von morgen und versetzen Jugendliche nach der Schule in eine schwierige Situation einen Job zu finden (Kinder-Jugend Förderplan 26-30). Laut der Shell-Studie haben 35% der Proband*innen Angst vor Arbeitslosigkeit, 45% der Proband*innen erwarten mehr Arbeitslosigkeit durch KI und 31% sind mit KI überfordert (Shell-Jugendstudie).
Zusammenfassend lässt sich festhalten jugendliche Menschen sind seit Jahren im Krisenmodus!
Sorgen junger Menschen in Deutschland
Die Tabelle zeigt die Sorgen junger Menschen in Prozent. Je höher die Prozentzahl, desto mehr Jugendliche sorgen sich. In der Tabelle sind die Trendstudie Jugend Deutschland 2026 und die SINUS Jugendstudie in Deutschland 2024 gegenübergestellt.

Wie sieht die Zukunft von Jugendlichen aus?

Diese Frage beschäftigt derzeit viele Jugendliche. Klimawandel, Kriege, wirtschaftliche Unsicherheit und gesellschaftliche Veränderungen sorgen für Unsicherheiten und lösen Ängste aus. Im Folgenden wird genauer betrachtet, wie Jugendliche ihre Zukunft wahrnehmen und wie sie auf diese blicken.
Studienlage zur Zukunft von Jugendlichen
Allgemein ist das Zukunftsvertrauen unter jungen Menschen gesunken, immerhin sind 52% der Studienteilnehmenden zuversichtlich mit Blick auf die eigene Zukunft (Shell-Jugendstudie). Eine weitere Studie mit 14- bis 17-Jährigen zeigt, 15% der Untersuchungspersonen schauen sehr und 65% eher optimistisch in die eigene Zukunft (Sinus-Studie): anders sieht es mit der Zukunft Deutschlands und der Welt aus, auf die 56% der Teilnehmenden pessimistisch drauf blicken.
Ein zentrales Beispiel für die Zukunftssorgen ist die Wahrnehmung der Friedensentwicklung. Werden wir in ein paar Jahren noch in Freiheit in Deutschland leben können? Diese Frage rückt für viele Jugendliche immer weiter in den Fokus, da Berichte über Kriege den Frieden heutzutage massiv zu bedrohen scheinen (Kinder- und Jugendbericht 2024).
Jugendliche sind einerseits tief besorgt über das Erstarken der Rechtsextremen und die Zukunft der Demokratie, während andererseits wirtschaftlicher Druck und Frust dazu führen, dass ein Teil der Generation in der Wahlabsicht zu rechtspopulistischen Parteien tendiert. (ZDF-Artikel: Trendstudie „Jugend in Deutschland“). Generell zeigt sich, dass die Jugend sich eher links einschätzt, der Anteil junger Männer, die sich eher rechts positionieren ist angestiegen. Trotzdem positionieren sich junge Männer und junge Frauen aus der Studie eher links (Shell-Jugendstudie). Der Durchschnittswert der politischen Position von den Proband*innen liegt auf einer Skala von 1 (politisch „links“) bis 11 (politisch „rechts“) bei 5,3 (Shell-Jugendstudie).
Quellen:
Kinder-Jugend Förderplan 26-30
ZDF-Artikel: Trendstudie „Jugend in Deutschland“
Kinder- und Jugendbericht 2024
Shell-Jugendstudie
Deutscher Bundestag
SWR zur Wehrdienstdebatte
Jim-Studie
Jugendring Düsseldorf
Umweltbundesamt
Warum Jugendbeteiligung gerade für Städte wie Düsseldorf so wichtig ist
Quelle: Bundeszentrale für politische Bildung 2025, Anteil verschiedenen Altersgruppen an der Wählerschaft; in ProzentJugendliche in Deutschland lebend, haben ein großes steigendes Interesse an Politik. Ein großer Teil (40% der Probandinnen der Shell-Jugendstudie) engagiert sich heutzutage schon für andere Menschen und für die Gesellschaft, aber auch das Interesse an politisches Engagement ist bei den Teilnehmenden auf 37% gestiegen (Shell-Jugendstudie). In Deutschland lebten 2025 13.875.964 Menschen unter 18 Jahren (Destatis) Damit sind sie eine der größten Gruppen der Gesellschaft, die in Deutschland kein aktives Stimmrecht bei wichtigen Wahlen wie der Bundestagswahlen haben. Da die Bevölkerung altert, schrumpft der Anteil junger Wähler*innen. Jugendliche können sich deshalb an der Wahlurne politisch kaum noch gegen die älteren Generationen durchsetzen (Bundeszentrale für politische Bildung). Warum ist es trotzdem von hoher Bedeutung Jugendliche in alle Entscheidungen einzubringen?
Studienlage: Relevanz von Jugendbeteiligung
Ein guter Grund, der für mehr Mitbestimmung in jungem Alter spricht, ist, dass Beteiligungsprozesse das Vertrauen in demokratische Prozesse und gesellschaftliches Engagement fördern können (Arbeitsstelle eigenständige Jugendpolitik - Jugendgerecht). Obwohl die Mehrheit der Jugendlichen der Demokratie grundsätzlich positiv gegenübersteht, zeigen sich auch kritische Entwicklungen. 75 % der befragten 12- bis 25-Jährigen sind mit der Demokratie eher oder sehr zufrieden. In Ostdeutschland liegt dieser Anteil jedoch nur bei 60 % und ist zuletzt wieder etwas zurückgegangen. Gleichzeitig äußern viele Jugendliche Sorgen über politische und gesellschaftliche Entwicklungen (Shell-Jugendstudie). 18 % der Befragten stimmen der Aussage zu, dass es gesellschaftliche Konflikte gibt, die nur mit Gewalt ausgetragen werden können. Dies kann als Hinweis darauf verstanden werden, dass demokratische Formen der Konfliktlösung und Kompromissfindung weiter gestärkt werden sollten (Shell-Jugendstudie). Das Gefühl, politisch nicht ausreichend gehört zu werden, kann mit einer größeren Distanz zu politischen Institutionen zusammenhängen (Deutsche Kinder- und Jugendstiftung). Insgesamt fühlen sich 2/3 aller Befragten nicht richtig beteiligt. Mehr und ernst gemeinte Beteiligungsprozesse können daher dazu beitragen, demokratische Kompetenzen wie Konflikt- und Kompromissfähigkeit zu fördern und das Vertrauen junger Menschen in Politik und Verwaltung zu stärken (Deutsche Kinder- und Jugendstiftung). Eines der größten Probleme in der Politik ist, dass ein großer Teil von Jugendlichen sich nicht ernst genommen fühlt und glaubt, dass Politiker*innen ihre Bedürfnisse nicht berücksichtigen (ZDF-Artikel: Trendstudie „Jugend in Deutschland“, eigene Erhebung). Generell ist das Interesse an Politik seit 2002 von 34 % auf 55 % gestiegen. Trotzdem stimmen 55 % der Befragten der Aussage zu, dass die meisten Maßnahmen, die vom Staat getroffen werden, ihnen persönlich keine Vorteile bringen, und 40 % fühlen sich häufiger benachteiligt(Shell-Jugendstudie). Trotzdem glauben 86% der Proband*innen, dass eine bessere Welt möglich ist und 70%, dass politische und gesellschaftliche Verhältnisse durch eigenes Engagement beeinflussbar sind (Shell-Jugendstudie).
Jugendbeteiligung schafft zukunftsorientierte Entscheidungen, zum Beispiel denken junge Menschen eher an den Klimawandel, weil dieser sie aktiv in der Zukunft betrifft (Arbeitsstelle eigenständige Jugendpolitik - Jugendgerecht). Wer die Jugend mitdenkt, denkt also auch die Zukunft mit. Auch sind Natur, Parks und Stadtgrün wichtige Räume für Jugendliche, deren Aufwertung wiederum allen Menschen zugutekommen kann Arbeitsstelle eigenständige Jugendpolitik - Jugendgerecht).
Gerade für Kommunen wie Düsseldorf ist Jugendbeteiligung von hoher Bedeutung, weil sie die Lebenswelten junger Menschen in großem Umfang prägen und für junge Menschen besonders unmittelbar erreichbar sind (Arbeitsstelle eigenständige Jugendpolitik - Jugendgerecht). Kommunen werden durch Beteiligung zu einem demokratischen Lernort für junge Menschen(Arbeitsstelle eigenständige Jugendpolitik - Jugendgerecht). Bei guter Jugendmitbestimmung werden Kommunen zudem attraktiver für junge Familien mit Kindern, da Städte mehr auf junge Menschen ausgelegt werden (Arbeitsstelle eigenständige Jugendpolitik - Jugendgerecht). Echte Jugendbeteiligung ist also ein Gewinn für alle und fördert eine lebendige Gesellschaft, den Generationendialog und gegenseitiges Verständnis (Deutsche Kinder- und Jugendstiftung). Beteiligungserfahrungen können die Bindung junger Menschen an ihre Kommune stärken. Nach ihrer Ausbildung kommen sie eher zurück, wenn sie die Erfahrung gemacht haben, dass ihre Stimme gehört wurde. Somit kann gute Kinder- und Jugendbeteiligung dazu beitragen, dass eine Kommune bei der Wahl des Wohnortes auich zukünftig bevorzugt wird (Arbeitsstelle eigenständige Jugendpolitik - Jugendgerecht).
Jugendliche kennen ihre eigenen Bedürfnisse und Lebenswelten besonders gut und können durch ihre Beteiligung dazu beitragen, die Infrastruktur auch für andere zu verbessern (Arbeitsstelle eigenständige Jugendpolitik - Jugendgerecht). Deshalb ist es wichtig ihre Meinung ernst zu nehmen und sie einzubinden, um einen stärkeren sozialen Zusammenhalt in der Gesellschaft zu schaffen (Arbeitsstelle eigenständige Jugendpolitik - Jugendgerecht). Gerade weil Jugendliche aufgrund des demografischen Wandels in der Minderheit sind, sollte man aktiv Formate schaffen um ihre Ideen einfließen zu lassen und ihre Interessen gegenüber denen der älteren Bevölkerungsmehrheit angemessen zu berücksichtigen (Kinder-Jugend Förderplan 26-30) .
Der letzte Punkt, der für mehr Kinder- und Jugendbeteiligung spricht, ist die rechtliche Verpflichtung unter anderem durch die UN-Kinderrechtskonvention(Arbeitsstelle eigenständige Jugendpolitik - Jugendgerecht). Die UN-Kinderrechtskonvention gilt in Deutschland seit 1992 und verpflichtet Deutschland die Rechte von Kindern zu achten, zu schützen und zu fördern (Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend). Die Kinderrechtskonvention ist durch vier Grundprinzipien geprägt: einerseits durch das Diskriminierungsverbot, das Recht auf Leben und persönliche Entwicklung, der Kindeswohlvorrang und das Recht auf Beteiligung (Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend). Weitere Rechte sind unter anderem das Recht auf Information, das Recht auf freie Meinungsäußerung und Mitsprache, das Recht auf Freizeit, Spielen und Erholung, das Recht auf gewaltfreie Erziehung und Privatsphäre, das Recht auf einen Namen, Staatszugehörigkeit und Identität, das Recht auf Bildung und Gesundheit sowie das Recht auf Schutz in Notlagen und auf besondere Fürsorge und Förderung (Stadt Düsseldorf).
Quellen:
Shell-JugendstudieSinus-StudieKinder- und Jugendbericht 2024ZDF-Artikel: Trendstudie „Jugend in Deutschland“
Jugendbeteiligung in Düsseldorf - bestehende Strukturen und Projekte

Düsseldorf hat einige Angebote für junge Menschen, um sie zu unterstützen und ihnen eine Stimme zu geben (Kinder-Jugend Förderplan 26-30). Darunter fallen Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen, Selbstorganisationen, Sozialarbeit, das Onlineportal YouPod oder Between the lines, aber auch Mitbestimmungsmöglichkeiten wie der Jugendrat, das Kinderparlament, Jugend Checkt (Kinder-Jugend Förderplan 26-30). Doch was brauchen junge Menschen konkret und wie ist Düsseldorf bisher aufgestellt?
Strukturen und Projekte für Jugendbeteiligung in Düsseldorf
In Düsseldorf ist das Ziel, dass alle Jugendlichen chancengerecht aufwachsen und gut an allen Prozessen teilhaben können, indem sie eingebunden und begleitet werden (Kinder-Jugend Förderplan 26-30). Für Jugendliche sollen sich die Rahmenbedingungen verbessern, sodass alle Jugendlichen eine selbstbestimmte und zuversichtliche Zukunft haben (Kinder-Jugend Förderplan 26-30).
Der Kinder- und Jugendförderplan ist der Fahrplan für die Jugendpolitik in Düsseldorf bis 2030 und fasst unter anderem zusammen, dass Jugendliche in Düsseldorf mehr erreichbare Treffpunkte in jedem Viertel, sowie mehr Freiräume brauchen (Kinder-Jugend Förderplan 26-30). Auch braucht es mehr Aufenthaltsflächen wie altersgerechte Spielplätze, Jugendtreffs, freie Plätze, Schulhöfe und Brachflächen im Stadtbild (Kinder-Jugend Förderplan 26-30).
Dafür sollen so viele Jugendliche wie möglich in die Planungsprozesse eingebunden werden, gerade auch digital Beteiligung ist von hoher Bedeutung, um auch schwer erreichbare Gruppen zu erreichen (Kinder-Jugend Förderplan 26-30). Wichtig ist da laut Kinder und Jugendförderplan auch ein Partizipationsmix zu erhalten und echte Mitbestimmung und keine Scheinbeteiligung zu fördern (Kinder-Jugend Förderplan 26-30). Dazu gab es auch 2016 schon einen Ratsbeschluss im Düsseldorfer Stadtrat, der 5 Standards zu Beteiligungsverfahren setzte:
1. förderliche institutionelle/ gesellschaftliche Rahmenbedingungen
2. Einschluss aller jungen Menschen
3. Qualifizierte Mitarbeit
4. Transparenz
5. Überprüfung
Auch die Grüne Jugend aus Düsseldorf fordert mehr Jugendbeteiligung und sagt in einem Gespräch, dass es gerade bei Zukunftsthemen, aber auch bei allen anderen wichtigen Themen mehr echte Mitbestimmung von jungen Menschen braucht (Gespräch mit der GJ Düsseldorf). Das bedeutet zum Beispiel auch, dass die Fraktionen im Rat jünger werden müssen und aufgehört werden muss der Jugend eine Richtung aufzudrängen, sodass sie frei mitentscheiden können (Gespräch mit der GJ Düsseldorf). Als Beispiel nennt die Grüne Jugend die Oper, wo die sie gegen einen Neubau plädiert hat, doch der Stadtrat gegen diese Meinung und für den Neubau gestimmt hat, nur um später diese Entscheidung wieder revidieren zu lassen (GJ-Website).
Pina Nell (Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses) sagt in einem Gespräch, dass Düsseldorf bereits über sehr gute Partizipationsmöglichkeiten für junge Menschen verfügt, u.a. über die Servicestelle Partizipation sowie den Jugendrat. Auch im aktuellen Kinder- und Jugendförderplan der Stadt spielt das Thema Partizipation eine große Rolle.
Gleichwohl sieht sie hier weiterhin Luft nach oben. Sie sagt, dass Jugendliche in viel mehr Entscheidungen eingebunden werden sollten und nicht nur bei jugendnahen Themen wie Schulhöfen oder Spielplätzen mitentscheiden sollen dürfen (Gespräch mit Pina Nell). Man müsse jungen Menschen stärker zutrauen auch in anderen Themenfeldern abseits von Jugendpolitik mitzureden, gerade weil Jugendliche langfristig mit den Folgen von politischen Entscheidungen leben müssen (Gespräch mit Pina Nell). Auch betont sie, dass transparente Kommunikation den Jugendlichen gegenüber wichtig ist, um sicherzustellen, dass diese die komplexen Prozesse verstehen und wissen warum zum Beispiel eine Umsetzung eines Fahrradweges so lange braucht (Gespräch mit Pina Nell).
Quellen:
Shell-JugendstudieBundeszentrale für politische BildungArbeitsstelle eigenständige Jugendpolitik - Jugendgerecht
Deutsche Kinder- und Jugendstiftung
ZDF-Artikel: Trendstudie „Jugend in Deutschland“eigene Erhebung innerhalb des Girls Days mit Jugendlichen zwischen 14 und 16 Jahren
Kinder-Jugend Förderplan 26-30Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Stadt Düsseldorf
Destatis
Jugendbeteiligung als Herausforderung für Städte wie Düsseldorf

Mehr Jugendbeteiligung ist mit vielen Herausforderungen verbunden, doch welche sind es und wie kann man diesen begegnen und sie aus dem Weg räumen?
Herausforderungen der Jugendbeteiligung
Bei mehr Jugendbeteiligung muss einerseits darauf geachtet werden, dass es eine Zielgruppengerechte Ansprache gibt (Kinder-Jugend Förderplan 26-30). Ziel ist es alle jungen Menschen zu erreichen unabhängig von Behinderung, Herkunft, Geschlecht, Religion, sexuelle Orientierung oder sozialem Status (Kinder-Jugend Förderplan 26-30). Für diese verschiedenen Menschen müssen auch Methoden gefunden werden, in der alle aufgehen und Lust haben sich zu beteiligen (Kinder-Jugend Förderplan 26-30). Wichtig ist zudem auch, dass Partizipation nicht als originäre Arbeit verstanden wird (Kinder-Jugend Förderplan 26-30). Das wohl größte Problem ist aber die Machtabgabe der Erwachsenen an die Jugendlichen und das Vertrauen, welches die Erwachsenen in die Jugendlichen haben müssen, denn Partizipation bringt nur was, wenn es nicht zum Schein passiert (Kinder-Jugend Förderplan 26-30).
Konkrete Projekte der Jugendbeteiligung in Düsseldorf
Es gibt einige Projekte in Düsseldorf die Jugendliche und ihre Ideen miteinbeziehen und Jugendbeteiligung fördern:
Der Jugendrat ist einer der zentralen Gremien der Jugendbeteiligung in Düsseldorf. Alle 3 Jahre können sich alle Jugendlichen der Stadtgesellschaft von 14-21 für den Jugendrat in Düsseldorf wählen lassen – ihre Aufgaben sind es die Jugend zu vertreten und Projekte zu realisieren. Dafür haben die jungen Politiker*innen folgende Möglichkeiten, einerseits ist immer ein Mitglied aus dem Jugendrat beratenes Mitglied in fast jedem Ausschuss des Düsseldorfer Stadtrates. Zusätzlich können sie in Sitzungen selbst debattieren und Beschlüsse fassen, der Jugendrat verfügt außerdem über das Geld des Projekts „Demokratie Leben“. Wählen können alle 11–21-jährigen an Schulen und zentralen Wahlorten.
Zusätzlich zu den Möglichkeiten des Jugendrates können sich alle jungen Menschen jeden Dienstag bei Projekten einbringen und diese mitumsetzen und entwickeln. Organisiert wird alles von der Geschäftsstelle des Jugendrats – auch hierfür steht Geld zur Verfügung.
Das Kinderparlament ist sozusagen das kleine Geschwisterkind des Jugendrates und besteht bisher nur in Garath. Pina Nell -Ausschussvorsitzende des Jugendhilfeausschusses - meint, dass es das Ziel sei, Kinderkonferenzen in weiteren Stadtteilen zu etablieren. Im Kinderparlament können alle 7–12-Jährigen ihre Wünsche und Anliegen besprechen und ggf. der Politik und/oder Verwaltung weitergeben. Auch dieses Parlament kann Beschlüsse zu vielen Themen (z.B. Verkehr, Umwelt, Angebote im Stadtteil, Schulwege oder Spielplätze, …) fassen, welche eine empfehlende Wirkung haben. Gewählt wird alle 2 Jahre und es können 3 Kandidat*innen pro Schule gewählt werden.
Jugend Checkt ist ein Beteiligungsprojekt zur Umsetzung der Ideen von jungen Menschen für ihren Stadtbezirk. Jedes Jahr wird das Projekt in zwei Stadtbezirken ausgeführt. Konkret läuft es so ab: zu Beginn gibt es eine Startphase, in der auf das Projekt aufmerksam gemacht wird. Darauf folgt die Vorbereitungsphase, in der es Informationsveranstaltungen gibt. Danach gibt es einen Bezirkscheck, sowie aufsuchende Aktionen und Austauschtreffen. Dann kommt es zur Bearbeitung durch die Kinder und durch die Verwaltung. Zuletzt gibt es einen Abschluss und eine Re-Check. Zum Ende hin werden alle Anregungen gesammelt und Updates eingeholt, wie der Status ist. Konkret werden alle Themen wie weniger Müll, eine Spielplatzerweiterung, mehr Beleuchtung oder Fußgängerampeln besprochen.
Hier können die Ideen aus den letzten Jahren gefunden werden:
Ideen von 2025 des Bezirkes 2
Ideen von 2025 des Bezirkes 6
YouPod ist das Düsseldorfer Jugendportal und holt Jugendliche da ab, wo sie sowieso schon viel Zeit verbringen – die durchschnittliche Handyzeit bei jugendlichen beträgt 231 Minuten (Jim-Studie).
Auf der Website finden sich folgende Kategorien: „youNEWS“, „youEVENTS“, youHELP“ und „youMAP“. Im Online Portal lassen sich wichtige Nachrichten rund um Jugendaktionen und Nachrichten finden, zusätzlich finden Jugendliche dort spannende Veranstaltungen, die sie in Düsseldorf besuchen können. Auch gibt es hilfreiche Tipps, zum Beispiel zu Wahlen oder zu Winterblues. Die Karte kennzeichnet zudem viele Orte in Düsseldorf, die Jugendliche in ihrer Freizeit benutzen können, unter anderem Fußballplätze oder Schwimmbäder.
Between the lines ist eine Hilfsapp zur ersten Hilfe zur mentalen Gesundheit. Die App bietet jungen Menschen kostenlos und anonym Informationen und Hilfsangebote zu ihrer mentalen Gesundheit. Dabei kooperiert die Stadt seit 2020 mit der App und holt damit Jugendliche online ab, wo sie Hilfe schnell entgegennehmen können. Konkret kann die App bei Physischen Krankheiten, mental Health, Depressionen, oder bei der Suche nach einem Therapieplatz Abhilfe schaffen.
Jung und Schlau organisiert Workshops zur Wissensvermittlung über vielfältige Formen des Lebens und Liebens sowie das bewusste Hinterfragen von Klischees und Vorurteilen für mehr Akzeptanz von LSBTIAQ+. Es bildet und klärt zu sexueller, romantischer und geschlechtlicher Vielfalt in Düsseldorf auf.
Der Jugendring ist ein Zusammenschluss von Jugendverbänden, Jugendgruppen und Jugendinitiativen. Der Jugendring ist die Schnittstelle und der Ansprechpartner zwischen Jugendverbänden, Presse und Politik. Sie vertreten die Anliegen junger Menschen in Düsseldorf und schaffen bessere Rahmenbedingungen und positive Lebensbedingungen. Jugendverbände schaffen vielfältige Angebote und Freizeitaktivitäten, Gemeinschaft, Initiativen für Ausbildungs- und Berufschancen, Kinder- und Jugendkultur, aktive Mitgestaltung und vieles mehr. Der Kinder und Jugendförderplan nennt die Jugendverbände zudem „unverzichtbare Orte der Demokratie“. Der Jugendring stellt für die Jugendarbeit Räume, Materialien, Gerätschaften und Ansprechpartner*innen. Zusätzlich schafft er durch Mitarbeiter*innen und Ehrenamtler*innen eigene Projekte. Im Großen und ganzem liegt das Merkmal der Arbeit aber auf der Förderung und Unterstützung der Selbstbestimmung und Selbstorganisation junger Menschen in Düsseldorf. Schwerpunkte sind da Engagement gegen Gewalt und Hass, Gleichberechtigung und Medien. Der Jugendring vertritt junge Menschen vor der Politik und unterstützt die Jugendverbände in ihrer Arbeit und sichert somit die Vielfalt der Jugendverbandsarbeit (KiJuFö).
Der Jugendhilfeausschuss ist der Ausschuss im Stadtrat von Düsseldorf der sich um die Belange von jungen Menschen kümmert. Beispielsweise dreht sich die Arbeit um KiTa-Ausbau, Tagespflege, Schulsozialarbeit, Ganztagsbetreuung an Schulen, oder auch Mitbestimmung von jungen Menschen. Auch beschließt der Jugendhilfeausschuss den Düsseldorfer Kinder- und Jugendförderplan und damit auch die Ziele und Bedingungen für die Kinder- und Jugendarbeit in der Stadt. Nicht wie in anderen Ausschüssen sitzen im Jugendhilfeausschuss nicht nur Vertreter*innen von Parteien. Sondern auch Vertreter*innen von Wohlfahrts- und Jugendverbänden, diese haben sogar auch ein Stimmrecht.
Maßnahmen und Ziele in Düsseldorf im Bereich Jugendpolitik
In Düsseldorf wird die Jugendpolitik durch zwei Stützen getragen. Einmal vom „Kinder- und Jugendförderplan 2026-2030“ und vom Koalitionsvertrag zwischen CDU und Bündnis 90/Die GRÜNEN.
Der Kinder- und Jugendförderplan
Der Kinder- und Jugendförderplan umfasst 70 Ideen, Maßnahmen und Handlungsempfehlungen. Diese drehen sich um bessere Angebote für die Kinder- und Jugendarbeit, eine Konzeptentwicklung zur Schulung neuer Mitarbeiter*innen, sowie die Weiterentwicklung zur Vernetzung der Stadtbezirke. Auch geht es um eine Erhöhung des Einrichtungsetat der offenen Kinder- und Jugendhilfe, sowie um ein jugendlicheres Stadtleben mit mehr Freiräumen, Nachtsportangeboten und selbstverwaltenden Orten von Jugendlichen. Demokratie soll zudem durch mehr Beteiligung erlebbarer gemacht werden und es soll durch Digitalisierung, stärkerer Jugendsozialarbeit und eine stärkere Einbindung von Arbeitgeber*innen ein besserer Übergang von Schule in Beruf durch. In der Schule soll es darüber hinaus auch noch vermehrt Gedenkstättenfahrten geben und Ehrenamt soll weiter gefördert werden. Für Schüler*innen soll es außerdem eine Weiterentwicklung der außerordentlichen Düsselferien geben. Generell soll es mehr inklusive Angebote und Barrierefreiheit geben und neue Kultur- bzw. erlebnispädagogische Erfahrungsorte. Vom Kinder- und Jugendförderplan 2021-2025 wurden bisher 33 Maßnahmen umgesetzt, 7 sind in Bearbeitung und 3 müssen noch umgesetzt werden.
Der Koalitionsvertrag von Bündnis 90/Die GRÜNEN und CDU
Mit dem Koalitionsvertrag wollen CDU und Bündniss90/DieGrünen die Jugend in Düsseldorf stärken. Ein wichtiger Aspekt dafür ist eine verlässliche Mobilität für alle. Konkret soll der ÖPNV weiterentwickelt und zukunftsfähig gemacht werden. Auch die Radinfrastruktur soll attraktiver und sicherer werden.
Des Weiteren soll es eine konsequente Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention (Schutzrechte, Förderrechte und Beteiligungsrechte) geben und eine Stärkung der Partizipationsmöglichkeiten, sodass junge Menschen ihre Lebensräume aktiv selbst mitgestalten können. Kinderversammlungen und Möglichkeiten für eigene Projekte sollen ausgebaut werden und der Masterplan „Jugend- und Bolzplätze“ soll attraktive Aufenthaltsplätze im öffentlichen Raum fördern. In Zuge dessen sollen auch Orte des Miteinanders gestärkt und weiterentwickelt werden, um Brücken zwischen Generationen zu spannen.
Auch Schulen sollen zu zukunftsfähigen Lern- und Lebensorten umgestaltet werden und mit modernen und inklusiven Lernkonzepten glänzen. Gerade Schulen in sozial herausgeforderten Stadtteilen sollen gestärkt werden. Auch sollen psychische Belastungen der Schüler*innen frühzeitig erkannt werden und präventiv dagegengewirkt werden. Zuletzt sollen an den Schulen gesunde Schulkioske, sowie Trinkwasserbrunnen entstehen. Ziel ist es zudem, dass kein Kind aus Kostengründen vom Mittagessen ausgeschlossen ist.
Perspektiven GRÜNER Jugendpolitik in Düsseldorf
Vor einigen Jahren waren die GRÜNEN die Jugendpartei - Politisch spiegelt sich das heute nicht mehr nieder. Doch wie gelingt es einer Partei wieder mehr Stimmen von jungen Menschen zu bekommen, was braucht es dafür?
Ideen der GRÜNEN Düsseldorf im Vergleich zu denen der Grünen Jugend Düsseldorf
Die Grünen in Düsseldorf und die Grüne Jugend Düsseldorf haben vor der Kommunalwahl 2025 einige Ideen und Forderungen formuliert, wie sie Düsseldorf verbessern wollen. Diese Pläne werden im Folgenden angeschaut und ausgewertet.
Jugendpolitische Schwerpunkte der GRÜNEN Düsseldorf und der GRÜNEN JUGEND Düsseldorf
Die Grünen Düsseldorf schreiben Folgendes zur Jugend in ihrem Programm zur Kommunalwahl 2025 – 2030 (Grüne Düsseldorf Kommunalwahl). Sie wollen Mitbestimmung von jungen Menschen durch Räume für politische und gesellschaftliche Teilhabe in der Stadt stärken . Gleichzeitig wollen sie den Jugendrat ausbauen, Kinderversammlungen stärken und Stadtteilkonferenzen ausbauen. Die Servicestelle Partizipation soll auch gestärkt werden und das Projekt „Jugend Checkt“ soll weiterentwickelt werden. Ziel der Grünen ist es die Chancengerechtigkeit bei Bildung, Teilhabe und sicherem Aufwachsen zu stärken und bessere Startbedingungen für alle zu schaffen. Armut soll aktiv bekämpft werden. Zudem soll es mehr aufsuchende Jugendarbeit und mehr öffentliche Räume, sowie kulturelle und kreative Angebote für Jugendliche geben. Darüber hinaus fordern sie mehr Begegnungsorte, kostenlose Sportmöglichkeiten und einen Ausbau von Jugendzentren. In der Schule wollen die Grünen mehr Schulpsychologie und mehr politische Bildung und Antidiskriminierungs-arbeit. Aber auch andere Themen betreffen die Jugend. Zum einen verteidigen die Grünen das Ziel der Klima Neutralität Düsseldorfs bis 2035. Andererseits soll Radverkehr zur „Chef*innen Sache“ erklärt werden und Düsseldorf soll eine Fahrradstadt werden . Auch wollen die Grünen einen besseren Bus und Bahnverkehr und fordern zum Beispiel eine Taktverdichtung auf 7,5 Minuten. Bezahlbarer Wohnraum ist für die Grünen auch ein großes Thema, dem sie unter anderem mit Genossenschaften und einem Vorkaufsrecht für die Stadt begegnen wollen. Des Weiteren wollen sie Brachflächen wieder bebauen und günstige Wohnheime für Auszubildene und Studierende schaffen. Die Stadt soll nach den Grünen auch mehr begrünt werden, Düsseldorf soll sich hin zu einer Schwammstadt entwickeln. Weniger Lärm, eine saubere Luft und viele Parks und Grünanlagen mit beschatteten Plätzen sollen die Lebensqualität stärken.
Den Sport wollen die Grünen auch fördern und preisgünstige, sowie kostenlose Angebote wie Sport im Park ausweiten. Durch vielfältige Konzepte wie zum Beispiel einen Bürger*innenrat wollen die Grünen Düsseldorf zu einer „Mitmachstadt“ entwickeln.
Auch die GRÜNE JUGEND Düsseldorf hatte Forderungen zur Kommunalwahl formuliert. Dazu gehören unter anderem Maßnahmen gegen den Wohnraummangel sowie das Ziel, den Verkehr zukunftsfähig zu gestalten (Grüne Jugend Düsseldorf Kommunalwahlforderungen) Im ÖPNV streben die GRÜNEN Düsseldorf einen 7,5-Minuten-Takt an, die GRÜNE JUGEND Düsseldorf fordert einen 5-Minuten-Takt. Auch Klimaschutz und mehr Natur in der Stadt sind für die Grüne Jugend wichtige Themen
Ganz wichtig für die Grüne Jugend ist darüber hinaus die generationsgerechte Haushaltspolitik. Die GRÜNE JUGEND Düsseldorf bewertete die Ergebnisse der Koalitionsverhandlungen mit der CDU deutlich kritischer als die GRÜNEN Düsseldorf. Sie forderte Nachverhandlungen und sah insbesondere bei Verkehr, Klimaschutz, bezahlbarem Wohnraum und dem geplanten Opernneubau weiteren Handlungsbedarf. Aus ihrer Sicht blieben wichtige grüne Ziele im Koalitionsvertrag hinter ihren eigenen Erwartungen zurück. Die GRÜNEN Düsseldorf bewerteten den ausgehandelten Vertrag dagegen als tragfähigen Kompromiss und stimmten ihm auf ihrer Mitgliederversammlung mehrheitlich zu.
Die GRÜNE JUGEND Düsseldorf und Pina Nell betonen beide, dass Jugendliche stärker an politischen Entscheidungen beteiligt werden sollten (Gespräch des Autors mit der GRÜNEN JUGEND Düsseldorf; Gespräch mit Pina Nell). Für die GRÜNEN stellt sich daher auch die Frage, wie die Perspektiven junger Menschen stärker in politische Entscheidungen einbezogen werden können. Auf die Frage, was die GRÜNEN tun müssten, um junge Menschen wieder stärker zu erreichen, antwortet Pina Nell: „Ehrlicherweise kann ich diese Frage nicht gut beantworten. Ich sehe die Antwort vielmehr bei Jugendlichen selber, heißt: Was antworten Jugendliche auf diese Frage?“
ZDF-Artikel: Trendstudie „Jugend in Deutschland“Bundeszentrale für politische BildungShell-JugendstudieGrüne Düsseldorf KommunalwahlGrüne Bundestag: Jugend
Grüne Jugend Düsseldorf Kommunalwahlforderungen, Gespräch mit der GJ Düsseldorf, Gespräch mit Pina Nell
Ansätze für mehr Jugendbeteiligung (Meinung)
Lösungsansätze des Projektzuständigen Fraktions-FSJ-P Friederich Pütz:
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„Mehr Jugendbeteiligung ist für Kommunen, aber auch für eine demokratische Gesellschaft unabdingbar. Gerade durch den demographischen Wandel, aber auch weil viele junge Menschen nicht wählen dürfen braucht es mehr Mitbestimmung junger Menschen. Politische Teilhabe junger Menschen bringt allen etwas, den jungen Menschen, sowie den Erwachsenen. Viele junge Menschen fühlen sich von den Mitbestimmungs-Projekten immer noch nicht richtig eingebunden und abgeholt. Das ist auch nur verständlich, weil Projekte viel zu lange brauchen oder erst gar nicht sichtbar realisiert werden. Zusätzlich werden Jugendliche nur bei jugendnahen Themen mit an den Tisch geholt und bei anderen wird teilweise über ihre Köpfe hinweg gesprochen. Meistens geschieht Jugendpolitik in einer Blase, sodass Jugendliche in einzelnen Projekten Ideen umsetzen können – das Problem ist aber, am Ende entscheiden erwachsene Menschen immer darüber, ob etwas umgesetzt wird oder nicht, oder wie viel Geld Jugendliche für diese Projekte bekommen. Junge Menschen sollen nicht nur das Geld durch Projekte ausgeben, sondern schon bei dessen Verteilung mit am Tisch sitzen. Das Problem der Jugendbeteiligung muss an der Wurzel gepackt werden und dazu gehört, dass erwachsene Menschen Macht abgeben. Gerade in den Parlamenten müssen mehr junge Menschen sitzen. Wir brauchen eine Verjüngung der Parlamente, nur so kann echte Jugendpolitik nah und gut vermittelt werden. Ältere politische Vertreter*innen sollten sich mehr mit der Jugend beschäftigen, ihr zuhören, mit ihr sprechen und ihr Vertrauen und am Ende mit ihr entscheiden und nicht über sie hinweg. Auch müssten Jugendlichen von Beginn an, an Demokratie herangeführt werden, wie man sich einbringt und wie wichtig es ist, die eigene Meinung kundzugeben. Schule muss ein noch größerer Ort der Demokratie werden. Sie muss Schüler*innen Politik und Demokratie nah vermitteln und aufzeigen, dass eine Demokratie von Mitbestimmung lebt. Sie sollte Schüler*innen motivieren sich einzubringen und aufzeigen, wie wichtig es ist auch schon in jungen Jahren mit Politik zu machen. Längst überfällig ist meiner Meinung das Wahlalter auf 16 zu senken. Junge Menschen beschäftigen sich immer früher mit Politik und die Senkung wäre ein Schritt zu echter Mitbestimmung. Junge Menschen gehören mit in die zentralen Entscheidungen dieser Welt, weil sie die Generation sind, die diese Entscheidungen am längsten Spüren werden. Es muss aufgehört werden auf Jugendliche hinab zu schauen, sondern es muss auf Augenhöhe entschieden werden, weil es keine besseren Experten für die Lebensrealitäten von jungen Menschen gibt, als junge Menschen selbst.“
Beteiligungsmöglichkeiten für junge Menschen

Junge Menschen haben einige Möglichkeiten sich in der Politik zu beteiligen. Doch viele junge Menschen wissen gar nicht richtig, wie sie sich beteiligen können – deshalb hier ein kleiner Überblick:
Politische Beteiligungsmöglichkeiten für junge Menschen
In Düsseldorf gibt es schon einige Möglichkeiten für Jugendliche ihre Ideen in Projekten umzusetzen. So gibt es einerseits das Projekt Jugend Checkt, in der Jugendlichen jedes Jahr in einem anderem Bezirk Ideen und Projekte zu Verbesserung des Stadtteils einbringen und mit umsetzen können. Schüler*innen und Menschen im Alter von 6 bis 27 werden in ihrem Stadtteil vorher über Schulen, Vereine und Politik informiert. 2026 und 2027 findet das Projekt in den Bezirken 1 und 8 statt. Alle Informationen über Jugend Checkt findest du hier.
Dann gibt es in Düsseldorf auch den Jugendrat, in den sich alle drei Jahre Jugendliche im Alter von 14 bis 21 aus Düsseldorf hineinwählen lassen können. Alternativ vertreten die Jugendlichen im Jugendrat die Jugend in Düsseldorf und sind somit immer Ansprechpartner*innen wenn es um die Belange von Jugendlichen geht. Sie arbeiten zudem jede Woche dienstags ab 16Uhr an Projekten von Jugendlichen, die sich für Demokratie und Vielfalt einsetzen – alle Jugendlichen aus Düsseldorf sind eingeladen dort zu helfen und mitzuarbeiten. Der Jugendrat ist immer über folgende E-Mail erreichbar für Fragen, Ideen oder Anregungen: jugendrat@duesseldorf.de.
Einer sehr wichtigen Beteiligungsmöglichkeit für junge Menschen ist die direkte Adressierung von Politiker*innen. Politiker*innen sitzen in ihren Gremien, um das Leben aller Menschen besser zu machen, so auch das von jungen Menschen. Eine Demokratie funktioniert nur dann, wenn alle ihre Meinung sagen und deshalb sollten junge Menschen ihre Ideen, ihre Meinung und ihre Probleme oder auch Fragen Politiker*innen schildern und mitmischen. Junge Menschen können fast alle Politiker*innen per mail, teilweise auch zum Beispiel über Instagram erreichen – egal ob es eine Beschwerde bezüglich des Schulklos ist, der Wunsch nach einem Kunstrasenplatz um die Ecke oder die Meinung zu neuen umgesetzten Regelungen. Unter folgenden Link sind alle Ratspolitiker*innen der Grünen Ratsfraktion mit ihrer E-Mail zu finden.
Andere Möglichkeiten in der Politik mitzumischen ist natürlich die Parteiarbeit. Die Grünen und die Grüne Ratsfraktion Düsseldorf bietet verschiedene Termine, Arbeitsgemeinschaften und Arbeitskreise in denen man als Parteimitglied, oder einfach als interessierte Person mitmischen und mitarbeiten kann. Auch gibt es verschiedene Möglichkeiten direkt vor Ort im eigenen Stadtteil mit zu mischen und Politik zu gestalten. Dafür ist die Stadt in Bezirke eingeteilt in denen man sich trifft. Gerade für junge Menschen lohnt sich auch immer der Parteibeitritt, um bei wichtigen Entscheidungen innerhalb der Partei mit abstimmen zu können, so kann man Demokratie aktiv mitgestalten.
Alternativ gibt es für junge Menschen unter 28 immer die Möglichkeit der Grünen Jugend beizutreten. Sie vertritt Jugendliche innerhalb, sowie außerhalb der Partei und schafft eine Möglichkeit der politischen Selbstbestimmung von jungen Menschen. Auf ihrer Website schreibt die Grüne Jugend: „Wir als Grüne Jugend Düsseldorf sind die Jugendorganisation der GRÜNEN Düsseldorf, handeln jedoch unabhängig und setzen eigene Themenschwerpunkte. Wir sehen es als unsere Aufgabe, Junge Menschen in Düsseldorf für Grüne Politik und Ideen zu begeistern, als auch miteinander eigene politisch Grüne Visionen und Forderungen zu entwickeln und umzusetzen.“ Hier finden sich die nächsten Termine der Grünen Jugend Düsseldorf.